Die magische Kraft des Wünschens

Die Erschütterung stand jedermann ins Gesicht geschrieben. Gewiss, Bohnkamp war unbeliebt, aber doch Teil des Lebens an dieser Schule gewe-sen. Sogar Simpel ahnen genug von der magischen Kraft des Wünschens, um ein schlechtes Gewissen zu empfinden, wenn jemand stirbt, den sie nicht leiden konnten. Den jungen Zauberern und Hexen ging es erst recht so. Gar nicht so wenige fragten sich in diesem Moment, ob womöglich ihre eigene Abneigung sich objektiviert und den Pauker umgebracht hatte.

Raublitz las ihre Gedanken, nicht nach Art einer Hexe, sondern einer Mutter, die weiß, was in ihren Kindern vorgeht, und sagte am Ende der Schweigeminute:

„Nach Auskunft des Marschalls ist der Tod nicht auf magische Weise herbeigeführt worden, es war aber auch kein Unfall. Der Kollege Bohn-kamp …“ Die Direktorin schluckte, sie zögerte, es auszusprechen und atmete noch einmal durch. „Der Kollege Bohnkamp“, sagte sie schließlich, „ist er-schlagen worden.“

Trotz dieser schrecklichen Botschaft war das vorherrschende Gefühl unter den Schülern Erleichterung: Ein anderer hat ihn umgebracht, nicht ich!